Methodik des Promillerechners
Diese Seite dokumentiert vollständig, wie der Promillerechner von alkomat.at rechnet, welche Annahmen er trifft und warum sein Ergebnis grundsätzlich keine Fahrfreigabe sein kann. Dieselbe Dokumentation liegt dem Projekt als Datei calculator-methodology.md bei.
Version des Berechnungsmodells: 1.0.0 (Erstveröffentlichung am 22. Juli 2026). Änderungen am Modell werden im Änderungsverlauf am Ende dieser Seite dokumentiert.
Schritt 1: Reiner Alkohol
Für jedes eingegebene Getränk wird die Menge reinen Alkohols berechnet:
A (g) = Menge (ml) × (Vol.-% ÷ 100) × 0,789 g/ml × Anzahl
0,789 g/ml ist der in der Fachliteratur dokumentierte Wert für die Dichte von Ethanol bei 20 °C. Die Werte aller Getränke werden addiert.
Schritt 2: Widmark-Näherung mit Bereich
Der theoretische Blutalkoholwert folgt der Widmark-Formel:
BAK (‰) = A ÷ (r × Körpergewicht in kg) − Abbau
Dabei ist r der Verteilungsfaktor (Reduktionsfaktor), der beschreibt, in welchem Anteil des Körpers sich Alkohol verteilt. Statt eines Einzelwerts verwendet der Rechner Bereiche:
- ohne Angabe: r = 0,55 bis 0,75
- Annahme „weiblich“: r = 0,55 bis 0,65
- Annahme „männlich“: r = 0,65 bis 0,75
Für den Abbau wird ein Bereich von 0,1 bis 0,2 Promille pro Stunde ab Trinkbeginn angesetzt. Für die Untergrenze des Ergebnisses wird zusätzlich ein Resorptionsdefizit von bis zu 20 % berücksichtigt (nicht der gesamte getrunkene Alkohol erreicht das Blut). Für die Obergrenze wird vollständige Aufnahme angenommen.
Schritt 3: Unsicherheitsbereich
Aus den Kombinationen entsteht der angezeigte Bereich:
- Obergrenze: volle Resorption, kleiner Verteilungsfaktor, langsamer Abbau (0,1 ‰/h).
- Untergrenze: 20 % Resorptionsdefizit, großer Verteilungsfaktor, schneller Abbau (0,2 ‰/h).
Werte unter null werden auf null begrenzt. Es wird nicht über den eingegebenen Berechnungszeitpunkt hinaus extrapoliert, und es wird bewusst keine „fahrbereit ab“-Uhrzeit berechnet. Öffentlich wird auf eine Nachkommastelle gerundet – intern wird präziser gerechnet, aber eine höhere angezeigte Genauigkeit wäre Scheingenauigkeit.
Was das Modell nicht berücksichtigt
- Körperzusammensetzung (Muskel- und Fettanteil) und Gesundheitszustand
- Leberfunktion, Alter und Medikamente
- Trinkgeschwindigkeit, Mageninhalt und die Resorptionsphase im Detail
- tatsächliche Getränkemengen und tatsächlicher Alkoholgehalt (Eingaben sind Schätzungen)
- Eingabe- und Erinnerungsfehler
- individuelle Stoffwechselunterschiede, die weit außerhalb der Durchschnittsbereiche liegen können
Warum keine Fahrfreigabe möglich ist
Jede dieser Unbekannten kann das Ergebnis erheblich verschieben. Selbst der breite angezeigte Bereich kann den tatsächlichen Wert verfehlen. Zudem sagt ein Blutalkoholwert allein nichts Verlässliches über die individuelle Fahrtüchtigkeit aus – Beeinträchtigungen treten auch unterhalb gesetzlicher Grenzen auf. Deshalb gibt der Rechner grundsätzlich keine Aussage wie „du darfst fahren“ aus und verwendet keine grüne „alles sicher“-Darstellung.
Datenschutz der Berechnung
Alle Eingaben werden ausschließlich lokal im Browser verarbeitet. Es gibt keine Übertragung an Server, keine Speicherung, keine URL-Parameter mit Eingaben und keine automatische Ablage im LocalStorage. Details: Datenschutzerklärung.
Änderungsverlauf des Berechnungsmodells
| Version | Datum | Änderung |
|---|---|---|
| 1.0.0 | 22. Juli 2026 | Erstveröffentlichung des Berechnungsmodells. |
Weiterführend
Zum Promillerechner · Restalkohol · Sicherheitshinweis · Redaktionelle Richtlinien
Quellen und Stand
- Widmark, E. M. P. (1932): Die theoretischen Grundlagen und die praktische Verwendbarkeit der gerichtlich-medizinischen Alkoholbestimmung
- Fachliteratur zur Dichte von Ethanol (0,789 g/cm³ bei 20 °C), z. B. CRC Handbook of Chemistry and Physics
- Gesundheitsportal Österreich – Alkohol: Abbau im Körper – https://www.gesundheit.gv.at/leben/alkohol-drogen-sucht/alkohol
Letzte Quellenprüfung: 22. Juli 2026. Gesetze, Behördeninformationen und Empfehlungen können sich ändern. Vor wichtigen Entscheidungen bitte immer die verlinkten offiziellen Quellen in ihrer aktuellen Fassung prüfen. Fehler gefunden? Korrekturhinweise sind willkommen.