Alkohol und Medikamente: eine unterschätzte Kombination
Alkohol kann die Wirkung von Medikamenten verstärken, abschwächen oder unvorhersehbar verändern – und Medikamente können umgekehrt die Alkoholwirkung verstärken. Diese Seite erklärt die Risiken bewusst nur allgemein: Sie bietet keine individuelle Wechselwirkungsprüfung und keinen Medikamentenrechner, weil das seriös nur mit medizinischem oder pharmazeutischem Fachwissen im Einzelfall möglich ist.
Typische Risiken
- Verstärkte Müdigkeit und Dämpfung: Besonders bei beruhigenden oder dämpfenden Medikamenten – etwa Schlafmitteln, bestimmten Schmerzmitteln, Beruhigungsmitteln oder manchen Allergiemedikamenten – kann Alkohol die dämpfende Wirkung deutlich verstärken.
- Beeinträchtigte Reaktion: Die Kombination kann Reaktionszeit und Koordination stärker verschlechtern als Alkohol allein – relevant für Verkehr, Arbeit und Alltag.
- Veränderte Medikamentenwirkung: Alkohol kann Auf- und Abbau von Wirkstoffen beeinflussen; Wirkungen und Nebenwirkungen werden dadurch schwer kalkulierbar.
- Belastung von Leber und Magen: Manche Kombinationen erhöhen das Risiko für Organ- und Schleimhautschäden.
Was konkret zu tun ist
- Beipackzettel lesen: Hinweise zu Alkohol stehen in der Gebrauchsinformation – sie gelten für das konkrete Präparat.
- Nachfragen: Die konkrete Kombination aus Medikament und Alkohol muss mit Arzt, Ärztin, Apotheker oder Apothekerin geklärt werden. Das gilt auch für rezeptfreie Mittel und pflanzliche Präparate.
- Im Zweifel verzichten: Während einer Medikamenteneinnahme ist Verzicht auf Alkohol die sicherste Option.
Für den Straßenverkehr gilt doppelt: Schon Medikamente allein können die Fahrtüchtigkeit beeinträchtigen. In Kombination mit Alkohol ist das Risiko nicht seriös abschätzbar – auch nicht mit einem Rechner oder Messgerät. Nach Alkoholkonsum und bei beeinträchtigenden Medikamenten: nicht fahren.
Weiterführend
Beratung und Hilfe · Sicherheitshinweis · Wirkung von Alkohol
Quellen und Stand
- Gesundheitsportal Österreich – Medikamente und Wechselwirkungen – https://www.gesundheit.gv.at/gesundheitsleistungen/medikamente
Letzte Quellenprüfung: 22. Juli 2026. Gesetze, Behördeninformationen und Empfehlungen können sich ändern. Vor wichtigen Entscheidungen bitte immer die verlinkten offiziellen Quellen in ihrer aktuellen Fassung prüfen. Fehler gefunden? Korrekturhinweise sind willkommen.