Sicherheitshinweis: Nach Alkoholkonsum sollte kein Fahrzeug gelenkt oder in Betrieb genommen werden. Rechner und private Messgeräte liefern keine verlässliche Fahrfreigabe.

Genauigkeit und Kalibrierung von Alkoholtestern

Autor: · Veröffentlicht: 22. Juli 2026 · Zuletzt aktualisiert: 22. Juli 2026 · Quellenstand: 22. Juli 2026 · Betreiber: Byte Media GmbH

Kein Sensor misst ewig gleich gut. Wer ein privates Atemalkohol-Messgerät nutzt, sollte verstehen, warum die Genauigkeit mit der Zeit nachlässt und was Herstellerangaben tatsächlich bedeuten. Wichtig vorweg: alkomat.at führt keine eigenen Genauigkeitstests durch. Konkrete Zahlenwerte zu Toleranzen und Intervallen gelten nur, wenn sie aus der Dokumentation des jeweiligen Geräts stammen.

Warum Sensoren altern

Sensoroberflächen und Elektroden verändern sich durch Nutzung, Luftfeuchtigkeit, Temperaturschwankungen und schlicht durch die Zeit. Die Folge: Die Anzeige driftet allmählich vom tatsächlichen Wert weg – oft ohne dass man es dem Gerät ansieht. Deshalb sehen Hersteller regelmäßige Kalibrierungen vor.

Wichtige Begriffe aus der Gerätedokumentation

  • Messbereich: Der Wertebereich, den das Gerät überhaupt anzeigen kann. Außerhalb davon sind Anzeigen nicht verwertbar.
  • Messtoleranz: Die vom Hersteller angegebene mögliche Abweichung, oft als „± x“ bei einem Referenzwert. Sie gilt für ein neues bzw. frisch kalibriertes Gerät unter definierten Bedingungen.
  • Wiederholbarkeit: Wie stark mehrere unmittelbar aufeinanderfolgende Messungen streuen. Große Streuung deutet auf Sensor- oder Bedienungsprobleme hin.
  • Zulässige Umgebungsbedingungen: Temperatur- und Feuchtigkeitsbereiche, in denen die Angaben überhaupt gelten.
  • Verbrauchsmaterialien: Mundstücke und ggf. Batterien; ihre Verfügbarkeit und Kosten gehören zur ehrlichen Gesamtrechnung.

Kalibrierung: Ablauf und Kosten

Bei der Kalibrierung wird das Gerät mit einem definierten Referenzgas oder einer Referenzlösung geprüft und neu justiert. Viele Hersteller bieten dafür einen Einsende-Service an; manche Geräte erinnern per Zähler oder Anzeige an die fällige Kalibrierung. Intervalle sind herstellerspezifisch – üblich sind zeit- oder nutzungsabhängige Vorgaben. Wer die Kalibrierung auslässt, misst mit unbekannter Abweichung.

Kalibrierung ist nicht Eichung

Die Kalibrierung stellt die Werksgenauigkeit eines Geräts wieder her – ein privater, technischer Vorgang. Die Eichung ist dagegen eine gesetzlich geregelte Prüfung durch dafür zuständige Stellen und betrifft Messgeräte im amtlichen Verkehr, etwa behördliche Alkomaten. Private Alkoholtester sind nicht geeicht; ihre Ergebnisse haben keinen amtlichen Beweiswert.

Auch ein frisch kalibriertes Gerät liefert keine Fahrfreigabe. Es reduziert Messfehler – es beseitigt weder biologische Schwankungen noch Bedienungsfehler, und es kann die individuelle Fahrtüchtigkeit nicht beurteilen.

Weiterführend

Alkomat richtig anwenden · Sensortypen · Kaufberater · Privat vs. behördlich

Quellen und Stand

  • Herstellerdokumentationen (Messtoleranz, Kalibrierungsintervalle, Umgebungsbedingungen des jeweiligen Geräts)
  • Anerkannte Normungsdokumente zu Atemalkohol-Testgeräten

Letzte Quellenprüfung: 22. Juli 2026. Gesetze, Behördeninformationen und Empfehlungen können sich ändern. Vor wichtigen Entscheidungen bitte immer die verlinkten offiziellen Quellen in ihrer aktuellen Fassung prüfen. Fehler gefunden? Korrekturhinweise sind willkommen.