Was jetzt zu tun ist
- Reaktion und Atmung prüfen. Laut ansprechen, vorsichtig an den Schultern rütteln und auf normale Atmung achten.
- 144 anrufen. Lautsprecher einschalten und den Anweisungen der Leitstelle folgen.
- Normale Atmung, aber keine Reaktion: stabile Seitenlage, Atemwege frei halten, zudecken und Atmung wiederholt kontrollieren.
- Keine normale Atmung: sofort Wiederbelebung beginnen und bis zum Eintreffen der Rettung fortsetzen.
- Nicht allein lassen. Zustand beobachten und Veränderungen der Leitstelle melden.
Das Wichtigste in Kürze
- Entscheidend sind Symptome und Atmung – nicht ein berechneter oder gemessener Promillewert.
- Eine nicht weckbare Person niemals unbeaufsichtigt „ausschlafen lassen“.
- Bei Bewusstseinsstörung nichts zu trinken oder zu essen geben.
- Kein Erbrechen auslösen und keine kalte Dusche.
- Bei Unsicherheit lieber früh 144 oder die Vergiftungsinformationszentrale anrufen.
Warnzeichen einer schweren Alkoholvergiftung
Das Gesundheitsportal beschreibt einen Verlauf vom Erregungs- und Schlafstadium über Bewusstseinsverlust bis zum Atemstillstand. Die Ausprägung ist individuell; bereits wenige Promille können im Einzelfall tödlich sein. Deshalb gibt es keine verlässliche „tödliche Promillegrenze“, auf die Helfende warten dürften.
- Person reagiert nur verzögert, verwirrt oder gar nicht.
- Sehr langsame, unregelmäßige, rasselnde oder aussetzende Atmung.
- Erbrechen bei eingeschränktem Bewusstsein.
- Blasse, kalte oder bläulich wirkende Haut, starkes Auskühlen.
- Krampfanfälle, Sturzverletzungen oder unklarer Mischkonsum.
Kinder, Jugendliche und alkoholungewohnte Personen können besonders empfindlich reagieren. Auch Medikamente oder andere Substanzen können die Lage verschärfen. Ein unauffälliger Online-Rechenwert schließt einen Notfall nicht aus.
Was du nicht tun solltest
| Nicht tun | Warum |
|---|---|
| Kaffee, Wasser oder Essen einflößen | Bei getrübtem Bewusstsein besteht Verschluck- und Erstickungsgefahr; der Alkoholabbau wird dadurch nicht beschleunigt. |
| Erbrechen auslösen | Erbrochenes kann in die Atemwege gelangen; bereits aufgenommener Alkohol wird nicht entfernt. |
| Kalt duschen | Das macht nicht nüchtern und kann Kreislauf sowie Unterkühlung verschärfen. |
| Allein schlafen lassen | Bewusstsein und Atmung können sich unbemerkt verschlechtern. |
| Selbst zum Krankenhaus fahren | Bei schwerer Symptomatik Rettung rufen; während der Fahrt fehlt medizinische Versorgung. |
144 oder Vergiftungsinformationszentrale?
Bei fehlender Weckbarkeit, Bewusstlosigkeit, schwerer Atemstörung, fehlender normaler Atmung, Krampfanfall oder akuter Verschlechterung gilt: zuerst 144. Die Vergiftungsinformationszentrale unter 01 406 43 43 berät rund um die Uhr bei Vergiftungsverdacht und kann auch in unklaren Situationen einordnen, welche Schritte nötig sind.
Hilfreich sind Angaben dazu, was getrunken oder eingenommen wurde, ungefähr wie viel, zu welchem Zeitpunkt sowie Alter, ungefähres Gewicht und aktueller Zustand der Person. Verpackungen oder Getränkereste können für Rettung und Beratung nützlich sein. Die Versorgung darf aber nicht verzögert werden, um Informationen zu suchen.
Nach dem akuten Ereignis
Eine schwere Intoxikation gehört medizinisch abgeklärt. Wenn das Ereignis mit wiederkehrend hohem Konsum zusammenhängt, können Hausarztpraxis und Beratungsstellen in allen Bundesländern vertraulich unterstützen. Der AUDIT-Selbsttest ist nur eine erste Orientierung und keine Diagnose. Informationen zur normalen Wirkung von Alkohol erklären nicht den individuellen Notfall.
So prüfst du Reaktion und Atmung
Sprich die Person laut an und berühre beziehungsweise rüttle vorsichtig an den Schultern. Reagiert sie nicht, Atemwege öffnen und höchstens zehn Sekunden prüfen, ob eine normale Atmung vorhanden ist. Einzelne unregelmäßige Schnappzüge gelten nicht als normale Atmung. Die Leitstelle unter 144 führt dich telefonisch durch die nächsten Schritte.
Atmet die Person normal, bringe sie in die stabile Seitenlage und kontrolliere die Atmung wiederholt. Atmet sie nicht normal, beginne sofort mit der Wiederbelebung. Wenn ein öffentlich zugänglicher Defibrillator verfügbar ist, den Sprachanweisungen folgen. Andere Personen können Rettung einweisen und Verpackungen oder Informationen sichern.
Warum Erbrechen bei Bewusstseinsstörung so gefährlich ist
Alkohol dämpft Schutzreflexe. Eine bewusstlose Person kann Erbrochenes nicht zuverlässig abhusten; in Rückenlage kann es die Atemwege blockieren oder in die Lunge gelangen. Die stabile Seitenlage hilft, die Atemwege freizuhalten. Sie ersetzt aber nicht den Notruf oder die wiederholte Atemkontrolle.
Bei einer ansprechbaren Person ebenfalls nichts erzwingen. Keine Hausmittel und kein absichtliches Erbrechen. Die Vergiftungsinformationszentrale oder Rettungsleitstelle entscheidet anhand der Situation, welche Maßnahmen sinnvoll sind.
Mischkonsum, Verletzungen und Unterkühlung
Schlaf- oder Beruhigungsmittel, Opioide und andere dämpfende Substanzen können zusammen mit Alkohol die Gefahr schwerer Bewusstseins- und Atemstörungen erhöhen. Unbekannter Mischkonsum ist ein zusätzlicher Grund, früh Hilfe zu holen. Gib der Leitstelle alle bekannten Substanzen an, ohne Vermutungen als sicher darzustellen.
Starke Alkoholisierung kann Stürze und Kopfverletzungen verdecken. Eine Person kann zudem im Freien schnell auskühlen. Vor Kälte schützen, offensichtliche Verletzungen melden und nicht davon ausgehen, dass Verwirrtheit ausschließlich vom Alkohol kommt.
Diese Angaben helfen der Leitstelle
- genauer Ort und Rückrufnummer;
- ob die Person reagiert und normal atmet;
- ungefähres Alter und, wenn bekannt, Gewicht;
- Getränke, Medikamente oder andere Substanzen und geschätzte Mengen;
- Zeitpunkt des Konsums und beobachtete Veränderungen;
- Sturz, Verletzung, Erbrechen oder bestehende Erkrankungen.
Fehlende Angaben sind kein Grund, den Anruf aufzuschieben. Zuerst anrufen, dann gemeinsam klären.
Fragen zur Alkoholvergiftung
Soll ich eine stark betrunkene Person schlafen lassen?
Nicht unbeaufsichtigt. Reaktion und Atmung prüfen. Ist die Person nicht weckbar oder atmet auffällig, sofort 144. Bei fehlender Reaktion und normaler Atmung stabile Seitenlage und laufend kontrollieren.
Darf ich Wasser oder Kaffee geben?
Bei Bewusstseinsstörung nichts einflößen. Kaffee und Wasser beschleunigen den Alkoholabbau nicht. Anweisungen von Rettung oder Vergiftungsinformationszentrale befolgen.
Soll ich Erbrechen auslösen?
Nein. Das erhöht die Gefahr, dass Erbrochenes in die Atemwege gelangt. Bei spontanem Erbrechen Atemwege schützen und bewusstlose, normal atmende Personen in stabile Seitenlage bringen.
Welche Nummer gilt in Österreich?
Rettung: 144. Euronotruf: 112. Vergiftungsinformationszentrale: 01 406 43 43. Bei schweren Symptomen zuerst 144.
Quellen und Stand
- Gesundheitsportal Österreich: Alkohol und Drogen – Vergiftung ↗
- Gesundheitsportal Österreich: Vergiftungsinformationszentrale ↗
- Gesundheit Österreich GmbH: Vergiftungsinformation ↗
Quellen geprüft am 23. September 2026.
