- Privates Gerät: persönliche Orientierung ohne amtlichen Beweiswert.
- Vortest: polizeiliche Verdachtsklärung, noch keine beweissichere Bestimmung.
- Behördlicher Alkomat: zugelassene und geeichte Messung nach geregeltem Ablauf.
- Ein privates Ergebnis ist keine Fahrfreigabe und kein Gegenbeweis zu einer amtlichen Feststellung.
Drei Gerätearten, drei verschiedene Aufgaben
| Merkmal | Privater Alkoholtester | Polizeilicher Vortest | Behördlicher Alkomat |
|---|---|---|---|
| Zweck | Persönliche Orientierung | Verdacht auf Alkoholbeeinträchtigung prüfen | Atemalkoholgehalt für das Verfahren bestimmen |
| Gerätestatus | Modellabhängig; keine behördliche Zulassung für Beweismessung | Dienstlich vorgesehenes Screening-Gerät | Vom BEV zugelassener, geeichter Gerätetyp |
| Ablauf | Nach Herstelleranleitung | Rasche Vorprüfung | Vorgeschriebene Messbedingungen und dokumentiertes Ergebnis |
| Rechtliche Bedeutung | Keine amtliche Feststellung | Begründet beziehungsweise erhärtet einen Verdacht | Kann Grundlage eines Verwaltungsverfahrens sein |
| Wartung | Kalibrierung nach Herstellerangabe | Dienstliche Qualitätsvorgaben | Eichpflicht; in Österreich Nacheichfrist von zwei Jahren |
Was ein privates Gerät leisten kann
Ein privater Atemalkoholtester kann sichtbar machen, dass nach einem Abend noch Alkohol in der Atemluft vorhanden ist. Richtig eingesetzt kann das eine vorsichtige Entscheidung unterstützen: Fahrzeug stehen lassen, Taxi oder öffentliche Verkehrsmittel nutzen und mehr Zeit einplanen. Das Gerät kann jedoch nicht feststellen, ob Konzentration, Reaktion und Urteilsvermögen für das Lenken eines Fahrzeugs ausreichen.
Die Aussagekraft hängt vom konkreten Gerät, der Kalibrierung und der Anwendung ab. Mundrestalkohol, falsche Temperatur, ein ungeeignetes Mundstück, eine unvollständige Atemprobe oder Sensoralterung können Ergebnisse beeinflussen. Wie du typische Fehler vermeidest, steht im Ratgeber Alkomat richtig anwenden.
Was bei der Polizei mit „Vortest“ und „Alkomat“ gemeint ist
Das österreichische Straßenverkehrsrecht unterscheidet zwischen einer Überprüfung, aus der sich ein Verdacht ableiten lässt, und der Untersuchung mit einem Gerät, das den Atemalkoholgehalt misst und anzeigt. Umgangssprachlich werden beide Schritte oft „Alkotest“ genannt. Rechtlich und messtechnisch sind sie nicht dasselbe.
Für den amtlichen Einsatz gelten besondere Anforderungen. Das Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen erklärt, dass Atemalkoholmessgeräte bei straßenaufsichtsbehördlichen Kontrollen der Eichpflicht unterliegen, nur zugelassene Geräte eichfähig sind und die Nacheichfrist zwei Jahre beträgt. Die Eichung wird von der Eichbehörde durchgeführt. Daraus folgt nicht, dass jedes polizeiliche Gerät weltweit identisch arbeitet; maßgeblich sind die österreichische Zulassung, Eichung und der konkrete Messablauf.
Warum private und behördliche Werte voneinander abweichen können
Zwischen zwei Messungen vergeht Zeit, in der Alkohol weiter aufgenommen oder abgebaut werden kann. Zusätzlich unterscheiden sich Probenahme, Sensorik, Qualitätskontrolle und Gerätezustand. Ein privates Gerät kann deshalb mehr oder weniger anzeigen als die spätere amtliche Messung. Der Satz „Zu Hause war der Wert niedriger“ hebt eine behördliche Feststellung nicht auf.
Auch die Einheit muss beachtet werden: Atemalkohol wird in Österreich in Milligramm pro Liter Atemluft angegeben, Blutalkohol in Promille. Für die rechtliche Zuordnung wird der Atemalkoholwert verdoppelt; 0,25 mg/l entsprechen 0,5 Promille. Der Konverter stellt die Einheiten gegenüber. Er rechnet keine private Messung in eine Fahrfreigabe um.
Kalibrierung und Eichung sind nicht dasselbe
Bei einem privaten Gerät beschreibt Kalibrierung den messtechnischen Abgleich nach einem festgelegten Verfahren. Ein Service kann dabei prüfen, ob die Anzeige innerhalb der Herstellerspezifikation liegt und das Gerät gegebenenfalls justieren. Eichung ist dagegen eine gesetzlich geregelte Prüfung für eichpflichtige Messgeräte. Das BEV nennt Atemalkoholmessgeräte ausdrücklich als eichpflichtig, wenn sie bei straßenaufsichtsbehördlichen Kontrollen verwendet oder bereitgehalten werden.
Mehr zu Abweichung, Wartung und Servicenachweisen findest du unter Genauigkeit und Kalibrierung.
Häufig gefragt zum Unterschied
Kann ich der Polizei den Wert meines privaten Geräts zeigen?
Du kannst eigene Angaben machen, aber der private Wert ersetzt die amtliche Messung nicht und hat keinen behördlichen Beweisstatus. Maßgeblich sind die Feststellungen und Unterlagen des konkreten Verfahrens.
Ist ein elektrochemischer Privattester automatisch „polizeigenau“?
Nein. Die Sensortechnik allein sagt nichts über Zulassung, Eichung, Probenführung, Software, Wartung und gesamten Messablauf aus. „Polizeigenau“ ist ohne dokumentierte rechtliche und messtechnische Grundlage kein seriöses Qualitätsmerkmal.
Ist ein polizeilicher Vortest schon die endgültige Messung?
Ein Vortest dient grundsätzlich der Verdachtsklärung. Die Untersuchung des Atemalkoholgehalts erfolgt mit dem dafür vorgesehenen Alkomaten unter den rechtlichen Bedingungen. Welche Schritte im Einzelfall folgen, bestimmt die Behörde.
Wer prüft amtliche Atemalkoholmessgeräte in Österreich?
Nach Auskunft des BEV sind nur zugelassene Geräte eichfähig; die Eichung wird von der Eichbehörde durchgeführt. Die Nacheichfrist für diese Geräte beträgt zwei Jahre.

